Carolo-Cup: Autonome Modellfahrzeuge überzeugen mit Köpfchen

Ob Radarfalle, Zebrastrafen oder verkehrsberuhigte Zone: Das autonome Modellauto „Carolinchen“ meisterte fast alle Hindernisse mit Bravour und sicherte damit dem Team CDLC von der TU Braunschweig den Sieg im zehnten Carolo-Cup. Etwa 400 Zuschauer verfolgten das Finale des Cups in der Stadthalle Braunschweig.

17 studentische Teams aus ganz Deutschland, Schweden und der Schweiz traten mit ihren selbst entwickelten und autonom fahrenden Mini-Fahrzeugen zum Wettkampf im Jubiläumsjahr an, der erstmals in drei Leistungsklassen ausgetragen wurde. Neben dem Junior-Cup und dem Hauptwettbewerb, bei dem reale Szenarien auf Landstraßen gemeistert werden mussten, gingen vier Teams erstmalig im erweiterten Hauptwettbewerb an den Start. Komplexe Verkehrssituationen, wie sie in Vororten zu finden sind, waren zu bewältigen. Zebrastreifen, Abbiegepfeile, Vorfahrtsregelungen sowie Überholverbote stellten die Teilnehmer vor besondere Herausforderungen.

Das Braunschweiger Team CDLC zeigte eine beeindruckende Leistung in allen Disziplinen und wiederholte damit den Sieg aus dem Vorjahr. Souverän parkte „Carolinchen“ vorwärts ein, überzeugte mit Schnelligkeit auf der Rennstrecke und meisterte die Herausforderungen im erweiterten Hindernissparcours. „Wir haben mit unserem großen Team früh angefangen, kontinuierlich gearbeitet und uns auf das Wesentliche konzentriert, das hat sich ausgezahlt. Nachdem bereits am Montag der Probelauf super lief, sind wir schon optimistisch in den Wettkampf gestartet“, freute sich Teamleiter Oskar Maier.

Der Wettstreit um die ersten Plätze war fest in Braunschweiger Hand: Am Ende belegten die ISF Löwen der TU Braunschweig den zweiten Platz. Nach Platz drei im Vorjahr zeigte sich Teamleiter Yasar Isik sehr zufrieden mit der Leistungssteigerung des Modellautos „Simba III“: „Wir freuen uns riesig über den zweiten Platz. Von der Schnelligkeit wäre noch mehr drin gewesen, aber die Strecke war sehr glatt. Wir haben wenig Fehler gemacht und sind sehr sicher unterwegs gewesen.“

Den dritten Platz belegte das Team NaN der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Das Modellauto der Hamburger brachte nur 1,15 Kilo auf die Waage. Das Team erhielt damit, wie bereits im Vorjahr, den mit 500 Euro dotierten Sonderpreis des VDI für das leichteste Fahrzeug.

Professor Thomas Form vom Organisationsteam des Instituts für Regelungstechnik hält die Regeländerungen im neuen Modus für wirkungsvoll: „Lange Jahre war der Schwierigkeitsgrad im Cup identisch. In diesem Jahr haben wir die Latte höher gelegt, um die Teams zu neuen Lösungen anzuregen. In den nächsten Jahren planen wir moderate Änderungen, denn wir möchten weiterhin die Begeisterung unter den Studierenden für das autonome Fahren wecken, schließlich ist der Weg das Ziel. Wir arbeiten gerade an einem Konzept, den Carolo-Cup zu straffen.“

Der Sieg im Hauptmodus ging an das Team Spatzenhirn der Universität Ulm. Ingolf Hurst kennt das Erfolgsgeheimnis: „Die robuste Spurerkennung und unsere Moosgummireifen haben uns zum Sieg geführt. Wir wussten, dass unser Fahrzeug schnell ist und viel Strecke absolvieren kann.“

Im Junior-Cup wurde das Team „Die Eidgenossen“ von der Universität Basel mit dem ersten Platz ausgezeichnet.

Die Modellfahrzeuge im Maßstab 1:10 orientieren sich mit Hilfe von Kameras. Sie erkennen die vor dem Fahrzeug liegende Strecke und leiten die Kamerabilder dem Rechner mit der entsprechenden Software im Fahrzeug weiter. So gelingt es den Roboterfahrzeugen selbstständig die Fahrspur zu halten, die Geschwindigkeit entsprechend der Strecke anzupassen und in die richtige Richtung  zu lenken.

Die Siegermannschaften konnten sich über ein Preisgeld von insgesamt 11.000 Euro freuen.

Quelle: TU Braunschweig; Link zum vollständigen Artikel